Aus der Anwendungstechnik - Gase in der Reinigung - CEBE Reinigungschemie GmbH

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Aus der Anwendungstechnik - Gase in der Reinigung


Gase werden in Reinigungsprozessen häufig eingesetzt, um gewisse, spezielle Ergebnisse zu erzielen.

Häufig genutzte Gase sind Ammoniak, Sauerstoff - entweder in der Form von Ozon oder Wasserstoffperoxid, oder in pulveriger Form als Natrium percarbonat oder Natrium perborat.

Kohlendioxid wird in der Textilreinigung, für die Fleckentfernung oder in der Teppichreinigung eingesetzt.
Schwefeldioxid in der Form von Natriumdisulfid wird in der Reduzierung von Flecken eingesetzt. Chlorgas, wie in Chlorbleichlauge, wird häufig als Fleckenentferner, Farbaufheller oder auch als Glanzsteigerer in der Wäsche von Orientteppichen eingesetzt.

Ferner sind diese Gase häufig auch als Bleiche, Desinfektionsmittel oder aber als superkritische Flüssigkeit, wie im Falle von Kohlendioxid in der Textilreinigung, einsetzbar.

Ammoniak ist ein Gas welches, wenn es in Wasser gelöst ist, als Ammonium hydroxid besteht. Es hat einen charakteristischen Geruch, ist alkalisch und verseift Öle und macht sie so wasserlöslich.

Es kann rote Farbstoffe in blau umwandeln und manche Farben zum Auslaufen bringen. Konzentriert kann es Seide und Wolle (Proteinfasern) gelblich färben.

Mit großer Vorsicht kann eine verdünnte Lösung eingesetzt werden, um so ausgelaufene Farben zu entfernen.

Ammoniak ist das schnellste und sicherste Mittel, um Verfärbungen, die durch Säureeinwirkungen entstanden sind, zu neutralisieren.

Als Gas ist Ammoniak sehr flüchtig und verdampft schnell. Es reagiert mit Säuren, um Salze zu bilden, die leicht löslich in Wasser sind und aus diesem Grund damit auch leicht ausgespült werden können.

Wir haben das Produkt Lemon Fresh Ammonia neu in unserem Programm, was eine hohe Konzentration von Ammoniak mit waschaktiven Substanzen kombiniert, und als Allzweckeiniger auf wasserfesten Oberflächen, Zusatz oder Neutralisator eingesetzt werden kann.

Lassen Sie uns nun kurz den Begriff “bleichen” definieren. Der Begriff kann so verstanden werden, dass es bedeutet, einem Material eine hellere Farbe zu verleihen.

Bleichen kann durch mechanische, physikalische oder chemische Einflüsse bewirkt werden.

Die chemische Variante wird für die Entfernung von nicht auswaschbaren Verschmutzungen angewendet, entweder durch Oxidation oder Reduktion der Farben.

Oxidierende Bleichen sind dauerhafter in ihrer Wirkung. Bei den reduzierenden Bleichen kann Oxidation durch Luft (der darin enthaltene Sauerstoff) dazu führen, dass die damit bewirkte Farbaufhellung/Veränderung langfristig wieder umgekehrt wird.

Bleichbare Farben sind meistens auf pflanzlicher Basis und sind unter anderem anthocyanin Farbstoffe - sie rangieren von rot zu blau und werden aus Kirschen, Blaubeeren und Johannisbeeren gewonnen oder aber die curcuma Farbstoffe, die aus Curry oder Senf gewonnen werden.

Die bräunlichen Tannine, die in Frucht-, Tee- oder Weinflecken vorgefunden werden, resultieren aus einer Reaktion von Polyphenolen mit Eiweiß.

Die braunen Tannine, die in Kaffee, Tee oder Kakao vorgefunden werden, beinhalten Polymere wie z.B. die Huminsäuren.

Grüne Farbe von Chlorophyl und rote Betanine von z.B. roter Beete sin Pyrrol-Derivative, wie auch Urobilin und Urobilinogene, die aus dem Abbau von Hemaglobin entstehen, und mit dem Harn ausgeschieden werden.

Karotten- und Tomatenflecken beinhalten Farbstoffe auf Carotinoid-Basis.

Synthetische Farbstoffe, die in Tinten und auch Haarfärbemitteln eingesetzt werden, sind alle bleichbar.

Wasserstoffperoxid ist eine farblose, leicht säuerliche Flüssigkeit - wegen der sauren Stabilisatoren, die eingesetzt werden. Die Stärke vom Wasserstoffperoxid kann im Sauerstoffanteil gemessen werden. 30% Wasserstoffperoxid hat einen Anteil von 100 Sauerstoffeinheiten. Dies findet man z.B. in unserem Produkt Kill Odor® OXP.

Um die Bleichwirkung von Wasserstoffperoxid zu beschleunigen, muss die Lösung alkalisiert werden. Dies wird am einfachsten mit Ammoniaklösung bewirkt. Dieser Effekt wird zum Beispiel in unserem Kaffeefleckentferner Coffee Stain Off genutzt.

Diese Anwendung ist besonders nützlich, wenn Baumwolle geblichen werden soll - hier ist es sogar sinnvoll, den pH-Wert durch Einsatz von Natriumhydroxid und Natrium carbonat nach oben zu verschieben.

Ein weiteres Oxidationsmittel, Natriumperborat, ein Pulver, hat einen Anteil von 10 Sauerstoffeinheiten und ist am effektivsten bei erhöhten Temperaturen. Der Einsatz von Additiven kann die Wirkung bei niedrigeren Temperaturen bewirken. Dies kommt z.B. in unserem Produkt RX for Browning zum Einsatz. Das Produkt wird als Zusatz in der Teppichwäsche eingesetzt, um dem Verbräunen von z.B. Berberteppichen entgegen zu wirken und verbräunte Fransen zu bleichen.

Natrium percarbonat hat einen Anteil von etwa 14 Sauerstoffeinheiten und benötigt keine erhöhte Temperatur, um wirksam zu werden.

Dieser Wirkstoff wird als Reinigungsverstärker in unserem langbewährtem Zusatz, dem Energizer eingesetzt.

Es gibt auch weitere Verbindungen, die Sauerstoff freisetzen, wie zum Beispiel Persulfate. Allgemein kann man sagen, dass solche Verbindungen immer die Vorsilbe “per” haben.

Chlorbleichlauge hat keinen Wert als Reiniger, ist aber ein extrem starkes Oxidationsmittel, besonders im sauren und pH-neutralen Bereich. Gewerbliche Chlorbleichlauge enthält etwa 10-12% Aktivchlor, für den Endverbraucher erhältliche Produkte enthalten meist 5 - 6% Aktivchlor.

In vielen Fällen wird Chlorbleichlauge oder aber auch Calciumhypochlorit (Pulver) eingesetzt, um handgewobene Orientteppiche mit einem Glanz zu versehen - dieser entsteht durch ein Entschuppen der Wollfasern, die so das Licht gleichmäßiger und effektiver reflektieren.

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass der Einsatz von Chlor mittlerweile durch die Umweltbelastung, die durch seinen Einsatz entsteht, nicht mehr favorisiert wird. Hinzu kommt, dass Chlor nur vom erfahrenen Reiniger eingesetzt werden sollte, da die Schäden, die durch Falschanwendung verursacht werden können, beträchtlichen Ausmaßes sein können und unumkehrbar sind.

Kohlendioxid ist ein Gas welches bei -78,5°C direkt vom Gas zum Feststoff wird (sogenanntes Trockeneis).

Kohlendioxid bildet in Wasser Carbonsäure, besser bekannt als Kohlensäure, eine schwache Säure mit einem pH-Wert von 3,7. Sie ist unstabil und kann nicht als reine Flüssigkeit oder als Feststoff isoliert werden. Somit löst sie sich schnell wieder in ihre Komponenten, Wasser und Kohlendioxid auf. Deswegen sprudelt die Selter!

Im späten 18. Jahrhundert wurde entdeckt, dass manche Materialien unter erhöhtem Druck und/oder erhöhter Temperatur erstaunliche Eigenschaften entwickeln können. Kohlendioxid ist eines dieser Materialien: bei 15-16°C und ca. 48 Bar Druck wird es ein mildes aber sehr effektives superkritisches Lösemittel. Es stellt eine umweltfreundliche Alternative zum Perchlorethylen dar, wenn es in der Chemischreinigung eingesetzt wird.

Kohlendioxid wird in der Teppich- und Polsterreinigung schon seit geraumer Zeit eingesetzt. Begonnen hat es in den 1980ern mit dem Konzept, eine Reinigungslösung mit dem Gas unter Druck zu setzen, um das Gas so in der Flüssigkeit zu lösen.

Wir haben dieses Konzept im Jahr 2000 genutzt, um unsere Entwicklung, das Quik-Dry® System - Reinigung mit Kohlensäure, vorzustellen. Zwei Pulverprodukte, Carbonator® A und B beide mit 100% Aktivsubstanz, werden dabei eingesetzt. Sie benötigen keine Druckflasche, sondern bilden Kohlendioxid bei Mischung ihrer wässrigen Lösungen. Kombiniert mit hocheffektiven Salzen und anderen Gerüsststoffen, kann man mit einer Carbonator® Lösung pH-neutral reinigen, wobei man die Kohlensäure als Lift einsetzt. Der gelöste Schmutz wird so an die Oberfläche des Teppichs oder des Stoffes gebracht, und lässt sich so leichter entfernen.

Man sieht also, dass Gase in gelöster Form eine Vielfalt an Möglichkeiten bieten, Reinigungsprobleme zu lösen bzw. die Reinigung effektiver zu gestalten.
 
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